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Sonntag, 1. Januar 2012
Transparenz
Jedes neue Jahr beginnt im Winter, also grau.
Es ist (mir) gleich.
Alles, was ich wissen muss, ist dein Name (oder der, den du dir gibst). Ich kann mich deiner bemächtigen, dich aufnehmen in mich und verdauen, ausspucken, dich anstreichen wie einen Schatten. Heute wie gestern, falls diese Worte überhaupt noch Bedeutung haben. Selbst wenn ein Feuerwerk zwischen ihnen lag sind sie doch nichts anderes als Zweitausendacht.
Was ist Zeit, was bist du, in einem Raum, der schon lange nur noch aus Nullen und Einsen besteht?
Ich sehe dich
(wie)
einen Bildschirm.
Hoch aufgelöst.
Laut losgelöst von Welt.
Der blinde Fleck entstellt
deinen Spiegel –
ein Riegel,
bestellt und nicht abgelöst.
Ich sehne mich
(still)
nach dem Buch.
Das sucht
und nicht findet.
Verstummt und erblindet
gebunden entbindet.
Die Wunde erfindet
und sie dann verbindet
mit schaurigem Schweigen.
Kein Deuten, nur Bleiben
zwischen schmerzdunklen Deckeln.
Wo wir gerade dabei sind: komm zum Workshop, auf dem ich präsentiere! Falls du gerade in der Gegend bist.
Falls nicht - das Internet ist überall! Und Byung-Chul Han ohnehin viel interessanter.
...and a happy new year!
Labels:
Byung-Chul Han,
Realismus,
Transparenz
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